-
Essen nach dem Training: Doch wichtig, was man isst.
von moov1 , vor about 1 month
Im Journal of Applied Physiology wurde eine Studie veröffentlicht, die sich mit dem Essen nach dem Training befasste. Das Ergebnis: Unterschiedliche Lebensmittel wirken sich auch unterschiedlich auf unseren Stoffwechsel aus.
Körperliche Bewegung steigert die Insulinempfindlichkeit und zwar insbesondere dann, wenn die Mahlzeit nach der Trainingseinheit wenig Kohlenhydrate enthält. Eine verbesserte Insulinsensitivität bedeutet, dass der Körper es leichter schafft, Zucker aus der Blutbahn zu entnehmen und diesen zu den Muskeln zu transportieren, wo der Zucker wiederum gespeichert oder als Brennstoff verwendet wird. Eine beeinträchtigte Insulinempfindlichkeit (z. B. "Insulin-Resistenz") gilt als Kennzeichen des Typ II Diabetes, sowie als wichtiger Risikofaktor für andere chronische Leiden wie beispielsweise Herzerkrankungen.
Interessanterweise zeigte sich folgender Effekt: Nahmen die Studienteilnehmer nach dem Training kalorienreduzierte Mahlzeiten zu sich, so stieg die Insulinempfindlichkeit ähnlich wie bei einer Kalorienzufuhr, die dem Energieverbrauch des Workouts entsprach. Das bedeutet, dass man nach dem Training nicht hungern muss, um von diesem wichtigen gesundheitlichen Nutzen zu profitieren.
Die Arbeit „Energy deficit after exercise augments lipid mobilization but does not contribute to the exercise-induced increase in insulin sensitivity“ erscheint in der Online-Ausgabe des Journal of Applied Physiology. Die Autor/innen sind Sean A. Newsom, Simon Schenk, Kristin M. Thomas, Matthew P. Harber, Nicolas D. Knuth, Haila Goldenberg und Dr. Horowitz. Alle befinden sich an der University of Michigan. Veröffentlicht wurde die Forschung von der American Physiological Society (APS).
Das Studiendesign. – Für alle, die es genau wissen wollen.
Imagine: Neun Männer, 28-30 Jahre jung, gesund, mit einem eher bewegungsarmer Alltag. 4 Aufenthalte in der Michigan Clinical Research Unit des University of Michigan Hospital mit der Dauer von jeweils zirka 29 Stunden. Nüchtern erscheinen. Sprich: Fasten in der Vornacht des Aufenthalts, welcher in der Früh begann.
Dann ging’s los. Die Krankenhausaufenthalte unterschieden sich hauptsächlich durch die Mahlzeiten, die es nach dem Training gab:
1. Aufenthalt: Kein Training sondern nur Mahlzeiten, die dem täglichen Kalorienverbrauch entsprachen. Kontrollversuch quasi.
2. Aufenthalt: Zirka 90-minütiges Training bei moderater Belastung. Danach ein Essen, das dem Kalorienverbrauch entsprach. Ausgewogene Nährstoffaufteilung von Kohlenhydraten, Fett und Proteinen. Entsprechend des Aufwands, versteht sich.
3. Aufenthalt: Zirka 90-minütiges Training bei moderater Belastung. Danach kohlenhydratarmes Essen, wobei die Gesamtkalorien der Summe der verbrannten Kalorien entsprachen. Diese kohlenhydratreduzierten Mahlzeiten beinhalteten zirka 200 Gramm Kohlenhydrate – weniger als die Hälfte dessen, was eine ausgewogene Mahlzeit beinhaltete.
4. Aufenthalt: Zirka 90-minütiges Training bei moderater Belastung. Danach kalorienreduziertes Essen, was bedeutet, dass weniger Energie aufgenommen als im Zuge des Trainings verbraucht wurde. – Und zwar um zirka ein Drittel weniger Kalorien als jene Speisen der beiden Vorversuche hatten. Diese Mahlzeiten beinhalteten relativ viele Kohlenhydrate, sodass die während des Workouts verbrannten Kohlenhydrat-Speicher wieder aufgefüllt wurden.
Trainiert wurde auf dem Fahrrad-Ergometer und dem Laufband. Die Reihenfolge der Versuchsläufe der Teilnehmer wurde randomisiert – durchgemischt quasi. In allen drei Trainingsdurchgängen zeichnete sich jeweils ein Trend zu einer erhöhten Insulinsensibilität ab. ABER: Bei jenen Teilnehmern, die weniger Kohlenhydrate nach einem Workout zu sich nahmen, stieg die Insulinsensibilität signifikant an. Was schließen wir daraus? Auch wenn eine Gewichtsabnahme natürlich wichtig für die körperliche Gesundheit von übergewichtigen und adipösen Menschen ist, so zeigen diese Ergebnisse, dass man auch dann einen wichtigen gesundheitlichen Nutzen aus dem Training gewinnen kann, wenn man nicht abnimmt oder abnehmen will.
Es scheint immer mehr, dass jede Trainingseinheit die Physiologie des Körpers beeinflussen kann und dass das, was man nach dem Training isst, sich physiologisch unterschiedlich auswirkt.
Weiter geht’s, sagen die Forscher/innen mit folgender Frage: Wo liegt das Mindestmaß an erforderlicher Bewegung?
Das Forscher/innenteam führt derzeit Experimente mit übergewichtigen Menschen durch. Das Ziel ist, das Mindestmaß an körperlicher Betätigung zu identifizieren, welches notwendig ist, um die Insulinsensitivität zu verbessern. … „Reduce to the max“, quasi ;-)
Quelle:
Science Daily: What You Eat After Exercise Matters., 29. Jan. 2010.
Tags: studie training bewegung workout wissenschaft insulinsensibilität insulin insulinempfindlichkeit forschung university of michigan
Melde dich an, um ein Kommentar zu schreiben.
